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‚Krimi-Sieg’ der DVV-Frauen gegen die Türkei
(Nachricht vom 27.09.2009, 22:31 Uhr )Die DVV-Frauen haben sich in einem wahren ‚Krimi’ mit 3:2 (25-23, 23-25, 18-25, 25-21, 15-9) gegen die Türkei durchgesetzt. Mit 1:2 Sätzen hinten zeigte das deutsche Team wieder mal eine tolle Moral und hielt dem großen Druck in diesem wichtigen Spiel stand. Mit diesem Erfolg beendet die DVV-Auswahl als Zweiter die Vorrundengruppe B und hat sich somit für die Zwischenrunde in Kattowitz eine gute Ausgangslage erarbeitet. Startformation Deutschland: Kathleen Weiss, Maren Brinker, Christiane Fürst, Corina Ssuschke, Margareta Kozuch, Heike Beier und Libera Kerstin Tzscherlich Startformation Türkei: Bahar Toksoy, Deniz Hakyemez, Naz Aydemir, Esra Gümüs, Eda Erdem, Neslen Darnel und Libera Nihan Yeldan Für das heutige Spiel steht Kerstin Tzscherlich wieder im Kader und natürlich in der ersten Sechs. Die deutschen Frauen beginnen gut und führen schnell mit 3-0. Doch dann hat sich der türkische Block formiert. Angriff um Angriff wird von den Türkinnen abgeblockt und so führt das Team von Coach Alessandro Chiappini zur ersten Technischen Auszeit (TA) mit einem Punkt. Zwar kann das deutsche Team sich die Führung nach der Pause zurückholen, doch das 11-9 ist für lange Zeit der letzte deutsche Punkt. Mit einem starken Aufschlag – der fast nur auf Libero Tzscherlich serviert wird - und eine sehr organisierten Blockarbeit schaffen die Türkinnen eine 7-Punkte-Serie und führen damit zur zweiten Auszeit mit 16-11. Doch die DVV-Auswahl kontert. Mit einer guten Bock- und Feldabwehr schafften die deutschen Frauen 5 Punkte in Folge. Die Türkinnen können zwar kurz vor Satzende wieder mit 2 Punkten davonziehen, aber in dieser engen Phase beweist das deutsche Team erneut eine gute Moral. Mit vollem Einsatz, keinem Eigenfehler und einer gute Abwehrorganisation können die DVV-Frauen ausgleichen und dann auf Grundlage von guten Weiß-Aufschlägen den Satz doch noch für sich entscheiden. Nach einer tollen Aufholjagd geht der Durchgang mit 25-23 an die DVV-Auswahl. Mit einer weiterhin gut organisierten Block- und Feldabwehr kann sich das deutsche Team bis zur ersten TA einen 2-Punkte-Vorsprung herausspielen. Anschließend kommt die deutsche Annahme um Libero Tzscherlich leicht ins wackeln und die Türkinnen können erneut eine 5-Punkte-Serie starten und damit in Führung gehen. Guidetti reagiert und nimmt eine Auszeit. Von da an ist das deutsche Spiel wieder stabiler und bis zur zweiten TA haben die DVV-Frauen den Rückstand auf einen Punkt verringern können. Doch im Anschluss ist der türkische Block bei zwei Ballwechseln perfekt postiert und das deutsche Team liegt wieder mit 3 Punkten hinten. Guidetti nimmt erneut ein Timeout. Als die Türkinnen auch danach 2 Punkte für sich verbuchen können, bringt Guidetti Thomsen für Brinker in der Annahme. Das deutsche Team kann wieder auf 2 Punkte verkürzen, der Vorsprung reicht den Türkinnen dennoch zum knappen Satzgewinn. Diesmal sind die deutschen Frauen für ihre Aufholjagd gegen Ende des Durchgangs nicht belohnt worden. Im Aufschlag und in der Annahme viel zu fehlerhaft, liegt das deutsche Team zur ersten TA des vierten Satzes mit 4 Punkte hinten. Allein 4 Punkte schenkten die DVV-Frauen den Türkinnen hierbei mit verschlagenen Aufschlägen. Als das deutsche Team danach seine Eigenfehlerquote reduzieren kann, gelingt der Ausgleich. Doch zur Führung reicht es für die DVV-Frauen wieder nicht. Zur zweiten TA führt die Türkei erneut mit zwei Punkten. Den nächsten Angriff setzt Kozuch ins Aus und Guidetti reagiert sofort und nimmt ein Timeout. Wenig später kommt wieder Thomsen für Brinker in der Annahme, die Türkinnen ziehen aber weiter davon. Als das türkische Team auf 22-17 erhöhen kann, folgt die zweite Auszeit auf deutscher Seite. Als ein Beier-Angriff abgeblockt wird und der abprallende Ball Tzscherlich zu Boden wirft – eine symbolische Szene für diesen Durchgang - haben die Türkinnen 7 Satzbälle. Am Ende geht der Satz ganz klar an das türkische Team, weil insgesamt 13 Eigenfehler auf deutscher Seite anderweitig nicht zu kompensieren waren. Der vierte Satz ist lange ausgeglichen. Kein Team kann sich entscheidend absetzen. Aus deutscher Sicht ein positiver Satzverlauf, mussten die deutschen Frauen in alle Sätzen zuvor einem Rückstand hinterher laufen. Erst kurz vor der zweiten TA gelingt den Türkinnen, mit einem Block und einen Hinterfeldangriff eine 2-Punkte-Führung. Doch das deutsche Team gibt sich noch nicht geschlagen. Punkt für Punkt können sich die DVV-Frauen erkämpfen und so gegen Satzende wieder in Führung gehen. Die Ballwechsel werden jetzt länger, die Spannung immer größer. Doch diesem Druck sind ist die DVV-Frauen gewachsen. Voll konzentriert und engagiert schaffen sie es den Vorsprung sogar noch etwas zu vergrößern und sich damit den Durchgang mit 25-21 zu holen. Spannender geht es nicht – diese so wichtige Partie geht damit in den Tiebreak. Jetzt kommt es darauf an – und die DVV-Frauen sind voll da. Mit 4-1 setzt sich das DVV-Team ab und Alessandro Chiappini muss eine Auszeit nehmen. Das deutsche Team kann seinen Vorsprung aber verteidigen und zeigt sich in dieser Phase sehr stabil. Jetzt wackeln die Türkinnen in der Annahme und im Aufschlag und der deutsche Vorsprung wächst auf 5 Punkte. Es folgt die zweite Auszeit auf türkischer Seite, aber die DVV-Frauen sind jetzt nicht mehr zu stoppen. Mit der konstant höchsten Leistung im gesamten Match gibt das deutsche Team den Türkinnen in diesem Entscheidungssatz keine Siegchance. Mit 15-8 geht der fünfte Durchgang und damit dieser ‚Krimi’ an das deutsche Team. Fazit Das Minimalziel des deutschen Teams war das Erreichen der Zwischenrunde. Dieses Ziel war schon vor der Partie, mit der französischen Niederlage gegen Italien, erreicht. Um aber weiterhin Chancen auf Finalrunde zu haben, war das Match gegen die Türkei enorm wichtig. Denn nur als Zweiter der Abschlusstabelle in der Vorrundengruppe – und damit die Punktemitnahme in die Zwischenrunde – hat man realistische Möglichkeiten unter die letzten vier Teams dieser EM zu kommen. Nach drei Sätzen im Spiel gegen die Türkei schien es allerdings so, als ob man sich auf deutscher Seite über diese Überlegungen keine Gedanken mehr machen müsste. Mit 1:2 Sätzen hinten und im dritten Durchgang den Türkinnen klar unterlegen, schien das große Ziel – EM-Finalrunde – in weite Ferne gerückt. Doch in dieser – wieder mal –großen Drucksituation zeigten die DVV-Frauen erneut ihre Qualität – in allen Bereichen. Nervenstark, mit einer riesigen Moral, großem Kampfgeist und spielerisch konstant bog das DVV-Team dieses Match noch zu seinen Gunst um. Wer – gestern und heute - so eine Drucksituation am Ende noch für sich erfolgreich bewältigt, der darf weiter an das ‚große Ziel’ – Finalrunde – denken…und das völlig berechtigt! „Spielfilm“ 1. Satz: 3-0 (Kozuch schlägt den Block an – von da ins Aus), 7-8 (Ssuschke legt den Ball ins Aus), 11-9 (Kozuch am Zweierblock vorbei), 11-16 (Darnel legt den Ball auf die Linie), 15-16 (Beier blockt Darnel), 18-19 (Brinker mit Diagonalangriff), 21-22 (Ssuschke klug gegen den Zweierblock), 24-23 (Ass von Weiß), 25-23 (Fürst passt zweimal am Netz auf und drückt den Ball ins gegnerische Feld) 2. Satz: 3-3 (Kozuch hämmert den Ball durch den Block), 6-4 (Technischer Fehler auf türkischer Seite), 8-6 (Fürst per Aufsteiger), 11-13 (Brinker die Linie lang), 15-16 (Darnel legt den Ball am Block vorbei), 18-20 (Beier mit der Finte), 21-23 (Brinker mit dem Block), 23-25 (Darnel durch den deutschen Block zum Satzgewinn) 3. Satz: 3-1 (Brinker mit dem Block), 5-8 (Kozuch setzt Aufschlag ins Netz), 8-10 (Ssuschke mit einem Ass), 13-13 (Gümüs mit Aufschlagfehler), 14-16 (Darnel aus dem Hinterfeld), 17-22 (Kozuch schlägt den Ball ins Aus), 18-25 (Kozuch erneut ins Aus – damit ist der Satz weg) 4. Satz: 4-3 (Block von Kozuch), 8-7 (Beier mit Diagonalangriff), 11-11 (Fürst erfolgreich), 14-16 (nach einem langen Ballwechsel macht Gümüs den Punkt), 19-18 (Darnel legt den Ball ins Aus), 22-19 (Kozuch legt den Ball am Block vorbei ins Feld), 25-21 (Brinker drischt den Ball zum Satzgewinn ins Feld) 5. Satz: 3-1 (Fürst mit 2 Punkten in Folge), 6-2 (Fürst mit einem Ass), 8-4 (Beier schlägt den Block an), 10-6 (Ssuschke mit 2 Punkten hintereinander), 14-8 (Fürst mit einem Monsterblock – 6 Matchbälle GER), 15-8 (Brinker beendet diesen ‚Krimi’ zugunsten von ‚Team Deutschland’) Stimmen zum Spiel Bundestrainer Giovanni Guidetti: „Ich bin sehr sehr stolz auf mein Team. Was meine Spielerinnen gestern und heute geleistet haben war ganz groß! Sicherlich haben wir in einigen Phasen des heutigen Spiels nicht gut agiert, da habe ich mein Team in dieser Saison sehr oft besser gesehen, aber als es darauf ankam, hat mein Team konstant auf einem sehr guten Level gespielt. Die mentale Stärke und der Kampfeswillen der Spielerinnen sind unglaublich. Wir haben nun unser Minimalziel erreicht und jetzt wollen wir mehr!“ Alessandro Chiappini, Head-Coach Türkei: „Das war eine sehr enge Partie und dass wir diese am Ende noch verloren haben enttäuscht mich etwas. Aber Deutschland hat mehr Erfahrung in solchen engen Situationen und das hat heute den Ausschlag für unsere Niederlage gegeben. Aber wir geben noch nicht auf. Wir sind in der Zwischenrunde und können da noch etwas erreichen.“ Christiane Fürst, Team-Kapitän: „Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Heute was es ein echter Fight, den wir am Ende durch unsere Moral gewonnen haben. Wir hatten eine sehr starke Vorrundengruppe und hier Zweiter zu werden ist eine große Leistung. Jetzt freue ich mich sehr auf die Zwischenrunde in Kattowitz, wo wir auch erfolgreich sein wollen.“ Kerstin Tzscherlich: „Es war nicht einfach für mich heute ins Spiel zu finden. Nach der Pause gestern, war ich heute ein echtes ‚Opfer’ in der Annahme, weil fast jeder zweite Aufschlag auf mich geschlagen wurde. Es hat etwas gebraucht bis ich meine Sicherheit wiedergefunden hatte, aber das Team hat mit viel Einsatz meine Schwächephase ausgeglichen – das war großartig. Wir wollen jetzt auch unser großes Ziel – die Finalrunde – erreichen, aber dafür müssen wir es schaffen endlich mal konstant gut zu spielen.“ Corina Ssuschke: „Das war so ein unglaublich wichtiges Spiel für uns. Bis zum vierten Satz haben wir nicht gut gespielt, aber als es darauf ankam, waren wir voll da – einfach genial. Ich will jetzt unbedingt nach Lodz in die Finalrunden und dafür werde ich alles geben.“ Statistik GER: Aufschlag (14 Fehler und 7 Asse), Block (14 Punkte), Angriffsquote (40 %) TUR: Aufschlag (10 Fehler und 4 Asse), Block (15 Punkte), Angriffsquote (34 %) Das deutsche Team gegen die Türkei: Lisa Thomsen (Schweriner SC), Kerstin Tzscherlich (Dresdner SC), Anne Matthes (Forli/ITA), Maren Brinker (USC Münster), Corina Ssuschke (Prostejov/CZE), Margareta Kozuch (Novara/ITA), Heike Beier (Piacenza/ITA), Kathleen Weiß (z.Zt. ohne Verein), Christiane Fürst (Bergamo/ITA), Sarah Petrausch, Lena Möllers (Rote Raben Vilsbiburg), Kathy Radzuweit (VT Aurubis Hamburg) (Autor: DVV)
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