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Noch ein Sieg bis zum Halbfinale
(Nachricht vom 30.09.2009, 22:37 Uhr )In einem erneuten Krimi haben sich die deutschen Frauen mit 3:2 (25-9, 23-25, 25-27, 25-17, 15-8) gegen Vize-Europameister Serbien durchgesetzt und sind damit auf den zweiten Tabellenplatz der Zwischenrundengruppe F vorgerückt. Wenn die DVV-Frauen in der morgigen Begegnung auch noch Aserbaidschan schlagen können, hat das deutsche Team sein großes Ziel – das EM-Halbfinale – erreicht. Startformation Deutschland: Kathleen Weiss, Maren Brinker, Christiane Fürst, Corina Ssuschke, Margareta Kozuch, Heike Beier und Libero Kerstin Tzscherlich Startformation Serbien: Jelena Nikolic, Ivana Derisilo-Stankovic, Natasa Krsmanovic, Brizitka Molnar, Maja Ognjenovic, Stefana Veljkovic und Libero Silvija Popovic Das deutsche Team startet sehr stark in die Partie. Mit taktisch sehr guten Aufschlägen und einen sehr aufmerksamen Block gehen die DVV-Frauen mit 6-0 in Führung. Auch eine serbische Auszeit kann den deutschen Lauf zwischenzeitlich nicht stoppen. Mit einem 7-Punkte-Vorsprung geht die DVV-Auswahl in die erste Technische Auszeit (TA). Auch wenn Serbiens Trainer Zoran Terzic kurz nach der Pause mehrere Wechsel vornimmt, bleibt das deutsche Team deutlich überlegen. Alle deutschen Spieler bringen ab dem ersten Ballwechsel Höchstleitung. Während die DVV-Auswahl sicher, effektiv und konstant agiert, ist das serbische Team völlig von der Rolle. In der Annahme wackelt der Vize-Europameister mehrfach und im Angriff kommen die Serbinnen so gut wie nie am deutschen Block vorbei. Über 16-3 zur zweiten TA, bauen die deutschen Frauen ihren Vorsprung noch weiter aus und holen sich den ersten Satz mit dem sensationellen Ergebnis von 25-9. Diese Vorstellung des DVV-Teams war bärenstark! 22 Punkte erspielten sich die deutschen Frauen selbst und machten zudem nicht einen einzigen Fehler, der zu einem gegnerischen Punkt führte. Im zweiten Satz macht das deutsche Team genau so stark weiter. Mit druckvollen Aufschlägen, einem guten Blockspiel und großen Einsatz in der Feldabwehr holen sich die DVV-Frauen wieder schnell die Führung. Wie schon im ersten Durchgang muss Zoran Terzic noch vor der ersten TA ein Timeout nehmen, um seinem Team neue Anweisungen zu geben. Doch das serbische Spiel wird dadurch auch nicht besser und so wechselt Terzic kurze Zeit später auf zwei Positionen. Zum ersten Mal im gesamten Match gelingen den Serbinnen wenig später ein paar Punkte in Folge und der deutsche Vorsprung verkürzt sich auf 3 Punkte. Nun nimmt Guidetti eine Auszeit, aber dem serbischen Team gelingt anschließend doch der Ausgleich zum 12-12. Von da an bleibt die Partie erst mal ausgeglichen. Das deutsche Team übernimmt immer mit einem Punkt die Führung, die das serbische Team anschließend ausgleicht. Erst beim Stand von 21-20 können die Serbinnen – zum ersten Mal in diesem Match – in Führung gehen, aber das DVV-Team gleicht sofort aus und holt sich anschließend die Führung zurück. Doch so eindeutig wie der erste Satz war, so spannend ist der zweite Durchgang. Über Nikolic holen sich die Serbinnen wieder die Führung zurück, zugleich der erste Satzball für Serbien. Und wieder ist es Nikolic, die anschließend Verantwortung übernimmt und mit einem Hinterfeldangriff den Satz für Serbien holt – 25-23. Serbien startet besser in den dritten Durchgang, kann sich schnell eine 2-Punkte-Führung herausspielen, doch das deutsche Team hält mit starken Aufschlägen den Anschluss. Aber nicht nur wegen der deutlichen Leistungssteigerung der Serbinnen bleibt das deutsche Team zunächst im Hintertreffen. Zweimal lässt die Netzkante den Ball unerreichbar ins deutsche Feld tropfen. Doch das deutsche Team kämpft weiter um den Ausgleich und wird dafür belohnt. Mit tollem Einsatz in der Feldabwehr erarbeiten sich die deutschen Spielerinnen immer wieder Angriffsmöglichkeit und schließen diese dann effektiv ab. So hat die DVV-Auswahl den Rückstand zur zweiten TA in einen 3-Punkte-Vorsprung umgewandelt. Von der deutschen Aufholjagd zeigen sich die Serbinnen zunächst beeindruckt. Wieder wackelt das serbische Spiel und die DVV-Spielerinnen nutze diese Phase sofort aus. Der deutsche Vorsprung wächst auf 5 Punkte an. Die Serbinnen stabilisieren sich aber wieder und können ihre Angriffe nun wieder in Punkte umwanlden. Als der deutsche Vorsprung auf 3 Punkte zurückgeht, nimmt Guidetti eine Auszeit. Das deutsche Team erspielt daraufhin 3 Satzbälle, aber durch druckvolle Aufschläge von Krsmanovic schaffen die Serbinnen den Ausgleich und holen sich wenig später sogar selbst den Durchgang. Zwischenzeitlich 6 Punkte Vorsprung und 3 Satzbälle reichten dem DVV-Team nicht aus, diesen Durchgang für sich zu entscheiden, weil die deutsche Annahme eigentlich nur einmal richtig wackelte – aber dies in der entscheidenden Satzphase. Mit Ausnahme des ersten Satzes stehen sich in dieser Partie zwei Teams auf Augenhöhe gegenüber. Auch zu Beginn des vierten Durchgangs kann sich kein Team entscheidend absetzen. Erst als Kozuch einen Hinterfeldangriff erfolgreich abschließt und die Serbinnen anschließend einen Angriffs ins Aus setzen, ist das deutsche Team mit 3 Punkten vorne. Sofort folgt das Timeout von Zoran Terzic. Zwei erfolgreiche Blocks und ein Ass später haben die Serbinnen aber wieder den Ausgleich geschafft. Doch mit viel Einsatz gelingt es dem deutschen Team erneut sich abzusetzen. Zur zweiten TA führen die DVV-Frauen wieder mit 3 Punkten. Als den deutschen Spielerin direkt danach auch der 17. Punkt gelingt, greift Terzic sofort wieder ein und nimmt ein Timeout. Als auch das nicht der gewünschten Wandel bringt, folgen zwei serbische Wechsel. Aber auch das kann den deutschen Lauf nicht stoppen. Auf Grundlage von starken Aufschlägen von Weiß, gelingt dem deutschen Team nach der zweiten TA eine 5-Punkte-Serie. Diesmal reicht der Vorsprung. Mit 25-17 holt sich das DVV-Team diesen wichtigen Satz und erzwingt damit – wie schon im Krimi gegen die Türkei – die Entscheidung im Tiebreak. Das deutsche Team schafft gleich zu Beginn ein Mini-Break und wenig später sogar das 4-1. Mehrfach können die deutschen Spielerinnen die Angriffe der Serbinnen abwehren und anschließend kann Kozuch den Ball versenken. Doch die Serbinnen geben sich nicht geschlagen und können ihrerseits ein Minibreak erzielen. Doch wieder schlägt das deutsche Team zurück. Der Siegeswille und der Glaube an die eigenen Stärken machen jetzt den Unterschied. Mit einem Block von Beier zieht das deutsche Team auf 5 Punkte davon. Und im Gegensatz zu dem zweiten und dritten Satz bringen die DVV-Frauen diesen Vorsprung ins Ziel. Wieder mal zeigt das deutsche Team in der entscheidenden Phase seine beste Leistung, holt sich den Tiebreak – mit 15-9 – und damit auch diesen wichtigen Sieg! Fazit Es war vorher klar: Diese Partie zwischen dem deutschen Frauen und dem aktuellen Vize-Europameister wird ‚wegweisend’ für den weiteren EM-Verlauf der beiden Teams. Und wie immer bei diesen Europameisterschaften – wenn es darauf ankommt, ist das DVV-Team voll da. Nach einem überlegen ersten Satz hätten die deutschen Frauen mit etwas mehr Konstanz auch die Sätze Zwei und Drei für sich entscheiden können, vielleicht sogar müssen. Allerdings kämpften die Serbinnen auch mit vollem Einsatz um ihre Chancen auf den Halbfinaleinzug und auf einmal lag das deutsche Team mit 1:2 Sätzen hinten. Der Druck war nun ganz auf Seiten der deutschen Spielerinnen, die nun wieder mal eine ihre ganz großen Stärken demonstrierten. Mit Geduld, Nervenstärke und hoher Spielqualität holte sich das DVV-Team erst den vierten Satz und dann auch – klar – den Tiebreak. Besonders im fünften Satz zeigte die deutsche Auswahl eine Glanzleistung. Nicht einen Punkt ‚verschenken’ die DVV-Spielerinnen durch einen eigenen Fehler. Auf dem Feld, auf der Bank und am Spielfeldrand zeigte die gesamte DVV-Delegation, dass nur ein Team dieses wichtige Spiel für sich entscheiden kann:‚Team Deutschland’. Dieser starke Wille, der hohe Einsatz und deutlich mehr Energie auf deutscher Seite bringen den Sieg für die DVV-Auswahl in diesem wichtigen Spiel. Damit ist das deutsche Team nur noch einen Sieg – morgen gegen Aserbaidschan – von seinem großen Ziel entfernt. Entscheidet die DVV-Auswahl auch die letzte Partie der Zwischenrunde für sich, steht das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti im EM-Halbfinale. „Spielfilm“ 1. Satz: 4-0 (Blitzstart für das deutsche Team), 8-1 (Brinker durch den Block), 11-2 (Fürst packt zum wiederholten Male im Block zu), 16-3 (Molnar schlägt Aufschlag weit ins Aus), 19-4 (Ass von Brinker), 25-9 (Kozuch schlägt den Block an, von da fliegt der Ball ins Aus) 2. Satz: 3-3 (Fürst mit dem Aufsteiger erfolgreich), 8-5 (Molnar verschlägt den Aufschlag), 12-6 (Fürst mit zwei Blocks hintereinander zum Punktgewinn), 16-15 (Kozuch hämmert den Ball ins Feld), 20-19 (Beier am Block vorbei ins Feld), 22-21 (Ass von Petrausch – erst vor dem Aufschlag von Guidetti eingewechselt), 23-25 (2 Punkte von Nikolic nacheinander bedeuten den Satzausgleich) 3. Satz: 3-5 (Kozuch knapp ins Aus), 7-8 (Molnar schafft mit Hilfe der Netzkante ein Ass), 12-11 (Brakocevic schlägt die Antenne an), 16-13 (Molnar verschlägt), 19-13 (Ass von Kozuch), 21-16 (Brakocevic mit Aufschlagfehler), 23-20 (Fürst ohne Probleme gegen den Einerblock), 25-25 (Ssuschke mit dem wichtigen Block), 25-27 (Molnar schafft doch noch die Wende im Satz) 4. Satz: 3-1 (Fürst mit dem Block), 8-7 (Beier erfolgreich), 11-9 (Kozuch mit dem Hinterfeldangriff), 16-13 (Kozuch mit der Angriffsfinte über den Zweierblock erfolgreich), 20-13 (Beier mit dem Block), 25-17 (Fürst mit Aufsteiger erfolgreich – die Entscheidung fällt also im Tiebreak) 5. Satz: 2-0 (Kozuch hämmert den Ball ins Feld), 4-1 (Nach mehrfacher grandioser Abwehr des deutschen Teams schafft Kozuch den Punkt), 6-4 (Ssuschke durch den Block), 8-5 (Krsmanovic setzt den Aufschlag ins Netz), 10-6 (Fürst passt am Netz auf und hämmert eine verunglückte Annahme direkt in Feld), 12-7 (Ssuschke mit dem Punkt per Aufsteiger), 15-8 (ein technischer Fehler auf serbischer Seite beendet diese Partie) Stimmen zum Spiel Bundestrainer Giovanni Guidetti: „Als erstes möchte meinem Team danken! Es ist eine Ehre Trainer dieses Team zu sein, das sich so unglaublich entwickelt hat – im Volleyball-Bereich, aber auch auf der mentalen Ebene. Dieses Stärken hat das Team bei dieser EM schon mehrfach gezeigt, heute wieder. Im ersten Satz war Serbien eigentlich noch gar nicht auf dem Feld und danach war klar, dass es viel schwieriger werden würde. Satz Zwei und Drei waren dann stark umkämpft und hätten auch an uns gehen können. Aber als wir dann 1:2 zurücklagen hat das Team wieder mal all seine Qualitäten gezeigt und das Spiel noch umgedreht. Das macht mich sehr stolz. Jetzt steht uns der Weg zum Halbfinale offen, aber wir müssen dennoch morgen unser Spiel gewinnen, um ganz sicher zu gehen, dass wir nach Lodz fahren können. Aber es ist natürlich klar: Wir wollen unbedingt ins Halbfinale.“ Zoran Terzic, Head-Coach Serbien: „Wir haben viel besser gespielt als gestern, aber es hat dennoch nicht gereicht. Deutschland war kämpferisch stärker als wir. Wir wollten unbedingt ins Halbfinale, aber de Türkei gestern und Deutschland heute haben uns auf diesem Weg gestoppt. Ich wünsche dem deutschen Team im weiteren Turnierverlauf alles Gute.“ Jelena Nikolic, Team-Kapitän Serbien: „Wir haben das Spiel heute verloren, weil wir nicht unser Spiel durchziehen konnten. Besonders im Angriff hatten wir Probleme und das deutsche Team war sehr gut auf uns eingestellt und hat vor allem mit großem Einsatz dieses Spiel für sich entschieden. Nach dieser Leistung wünsche ich dem deutschen Team, dass sie den Halbfinalseinzug schaffen.“ Christiane Fürst, Team-Kapitän Deutschland: „Serbien hat sehr gut gespielt und es war sehr schwer für uns sie heute zu besiegen. Aber ich denke der Zusammenhalt und die Moral unseres Teams haben heute den Ausschlag für unseren Sieg gegeben. Wir wollten diese Partie unbedingt gewinnen um weitere Chancen auf das Halbfinale zu haben und das haben wir, auch wenn es schwer war, auch umgesetzt.“ Heike Beier: „Im ersten Satz war Serbien nicht auf dem Feld und wir wussten, dass es danach sehr schwer werden würde. Wir waren auf die Situation gut einstellt, nur leider haben wir uns im zweiten und dritten Satz eine Schwächeminute erlaubt und das nutzt Serbien dann sofort aus. Aber wir haben danach um jeden Ball gekämpft und gerade im fünften Satz habe ich richtig gespürt, dass jeder bei uns im Team alles geben wird dieses Spiel zu gewinnen. Dieses Gefühl, und natürlich dann als wir gewonnen hatten, war echt genial.“ Anne Matthes: „Ich finde, dass wir heute insgesamt sehr gut gespielt haben. Sicherlich haben wir uns im zweiten und dritten Satz eine Schwächephase erlaubt, aber gerade in der entscheidenden Phase haben wir dann wieder unsere großen Stärken gezeigt. Der Tiebreak war dann aus meiner Sicht ein gutes Abbild des gesamten Matches. Da hat sich das Team durchgesetzt, dass den größeren Siegeswillen hatte.“ Statistik GER: Aufschlag (4 Fehler und 10 Asse), Block (17 Punkte), Angriffsquote (43 %) SRB: Aufschlag (10 Fehler und 6 Asse), Block (12 Punkte), Angriffsquote (34 %) Das deutsche Team gegen Serbien: Lisa Thomsen (Schweriner SC), Kerstin Tzscherlich (Dresdner SC), Anne Matthes (Forli/ITA), Maren Brinker (USC Münster), Corina Ssuschke (Prostejov/CZE), Margareta Kozuch (Novara/ITA), Heike Beier (Piacenza/ITA), Kathleen Weiß (z.Zt. ohne Verein), Christiane Fürst (Bergamo/ITA), Sarah Petrausch, Lena Möllers (Rote Raben Vilsbiburg), Kathy Radzuweit (VT Aurubis Hamburg) (Autor: DVV)
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